This morning, I set out early, just before dawn, to photograph a fox. Not a big deal in Berlin – we’ve got plenty of foxes in this green city. Most of the ones you see downtown look just as scruffy as the trash cans they dig through. But every now and then, they manage to catch a pigeon.

I’d had enough of the inner city and wanted to head out – a bit toward the outskirts. I’d heard that there are often foxes near the animal shelter. So, I hopped on my bike, 12 kilometers out of town, 5 a.m., August. The air was cool, the city still half asleep.

When I arrived – nothing. Not a sign of a fox. But then I decided to take a different path, and there he was. A baby fox. Ding ding ding. It was adorable. He didn’t even notice me at first, which was strange – I hadn’t exactly been quiet. He didn’t react at all. And then, suddenly, he saw me. A bit startled, but just as curious as I was. We stood there like two aliens, trying to figure each other out. Neither of us moved at first – we cautiously approached one another.

He came toward me slowly, hesitantly. I thought, maybe he’s looking for food. There were apples lying around, so I rolled one over to him. But here’s the thing: foxes aren’t strictly carnivores – they’re opportunistic omnivores. They mainly eat small mammals, birds, insects, and occasionally berries or fallen fruit like apples. Still, this little guy had zero interest in my apple.

Instead, we just focused on each other. Calm, observing. I remembered my mom’s warning about rabies, but this young fox felt like a mirror. We both just wanted to be close to something unknown. I was curious – about his behavior, his energy, why he wasn’t running away.

He was, honestly, the most beautiful urban fox I’ve seen in a very long time.

The wait had been worth it. I had to venture out a bit further to find a fox that matched what I usually imagine a fox to be: alert, proud, wild. Most city foxes I’ve seen over the years look more like skinny cats – grey, tired, worn down. But this one – this one was different.

German

Stadtfüchse – Begegnung am Morgen

Heute früh habe ich mich auf den Weg gemacht, noch in der Dämmerung, um einen Fuchs zu fotografieren. Eigentlich kein großes Ding in Berlin – wir haben hier verdammt viele Füchse in dieser grünen Stadt. Die meisten von ihnen, besonders in der Innenstadt, sehen allerdings genauso heruntergekommen aus wie die Mülleimer, aus denen sie fressen. Trotzdem gelingt es ihnen ab und zu, eine Taube zu erwischen.

Ich hatte genug vom Stadtkern und wollte raus – ein bisschen Richtung Stadtrand. In der Nähe des Tierschutzvereins sollen regelmäßig Füchse unterwegs sein. Also schwinge ich mich aufs Fahrrad, 12 Kilometer raus aus der Stadt, morgens um fünf – es ist August, die Luft noch kühl, aber klar.

Angekommen: keine Chance. Ich sehe nichts. Doch plötzlich entscheide ich mich, einen anderen Weg zu nehmen – und da steht er. Ein Fuchsbaby. Ding, ding, ding. Es war zum Verlieben. Er bemerkte mich zuerst gar nicht, was merkwürdig war – ich war wirklich nicht besonders leise. Er reagierte kaum. Und dann, plötzlich, sah er mich. Ein kurzer Moment des Erschreckens, aber auch Neugier. Wir standen da wie zwei Außerirdische, die sich zum ersten Mal begegnen. Keiner konnte den anderen einschätzen, wir tasteten uns vorsichtig heran.

Der kleine Fuchs kam zögerlich, fast zart, auf mich zu. Ich dachte, vielleicht will er fressen – zufällig lagen überall Äpfel herum. Ich rollte ihm einen hin. Aber: Füchse sind zwar keine reinen Fleischfresser, Obst wie Äpfel fressen sie jedoch nur selten – ihre Hauptnahrung besteht aus kleinen Säugetieren, Vögeln, Insekten und gelegentlich Beeren oder Fallobst. Mein Apfel interessierte ihn jedenfalls kein bisschen.

Stattdessen beobachteten wir uns einfach – ruhig, aufmerksam. Ich erinnerte mich an den Rat meiner Mutter: bei Füchsen immer an Tollwut denken. Doch dieser junge Fuchs war wie ein Spiegelbild von mir. Wir wollten einfach nur in der Nähe des anderen Seins. Ich wollte wissen, wie er sich verhält, wie seine Energie ist, warum er nicht sofort flüchtet. Es war einer der schönsten Füchse, die ich seit langer Zeit gesehen habe.

Das lange Warten hatte sich gelohnt. Ich musste erst rausfahren, ein Stück weiter weg von der Stadt, um einen Fuchs zu treffen, der dem Bild entspricht, das ich von Füchsen im Kopf habe: wach, stolz, wild. Die meisten Stadtfüchse, die ich in den letzten Jahren beobachten konnte, wirkten eher wie dünne Katzen – grau, müde, ausgezehrt. Aber dieser hier – dieser war anders.

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